The CBd
Michel, BM on CBd-423
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 28, no. 44.

Grün-gelblicher Jaspis, stark νon Chalcedon durchsetzt (Achat), poliert, in den Vertiefungen matt. Hochoval, Vs. leicht, Rs. stark konνex, Kante nach vorn abgerundet. Kleine Beschädigung auf der Vs. links oben, winziger Abspliß rechts oben.

2,9 x 2,2 x 0,7
3. Jh.n.Chr.
Vermacht von H.B.F. Lynch, Esq. (1914).
Brit. Mus. Inν. G 548, WAA 108809.

Vs.: Anubis frontal auf einer Grundlinie stehend, Beine und Kopf im Profil nach links. Die Figur ist mit einem Schurz und Muskelpanzer bekleidet, bei dem Rippen und Brustmuskulatur ausgearbeitet sind. Beide Arme sind leicht angewinkelt zur Seite gestreckt, in der rechten Hand hält er eine gewundene Schlange, in der linken ein Schwert. Der glatte, bärtige Schlangenkopf mit einem kleinen Sonnendiskus ist Anubis zugewandt, Auge und Zunge sind angegeben. Der Schakalkopf des Anubis ist von einer berücke bedeckt, die auf die Schultern herabfällt, der Hals ist fischgrätenähnlich gemustert und erinnert an eine Mähne. Die Ohren sind länglich, spitz aufrecht stehend gezeigt, die Schnauze ebenfalls lang und spitz, leicht geöffnet, der Unterkiefer kugelig gewölbt. Lin großes ovales Auge beherrscht das Gesicht. Von der Stirn ausgehend zwei undefinierbare, kaum sichtbare schräg gesetzte Parallelkerben.

Rs.: Queroval, Inschrift in zwei Reihen:
ΧΥΧΒΑΚ
ΑΞΙΧΥΧ
Teile des →Bakaxichych-Logos
Die im →Bakaxichych-Logos enthaltenen Wörter BA und ΧΥΧ, „Seele“ und „Finsternis“ könnten auf die Rolle des Anubis als Seelengeleiter bzw. auf die untere Hemisphäre anspielen.

Die Figur ist als synkretistischer Anubis/Upuaut zu verstehen, der kriegerische, wachsame Beschützer des Guten, der in Rüstung, mit Schlange und Schwert oder Fakkel als Waffen gegen Seth und böse Dämonen vorgeht. Auch Upuaut, der zweite der sogenannten Schakalgötter, dessen eigentlicher Name unbekannt und nur sein Beiname Upuaut (Wegweiser) erhalten ist, soll ein Sohn des Osiris und somit Bruder des Anubis gewesen sein. Er ist derjenige, der dem aus der finsteren Hemisphäre (Unterwelt) aufsteigenden Sonnengott den Weg bahnt und erscheint so als tapfere, kriegerische Figur. In den Osirismysterien gehen Upuaut und Anubis in der zweiten Nachtstunde gemeinsam gegen die Feinde des Osiris vor, die Schlange erinnert zudem an eine Textstelle des Papyrus Jumilhac, nach der der synkretistische Horus-Anubis mit der Schlange (Ḏśr-tp) das Gute gegen Seth und sein Gefolge verficht.

Klar und sauber geschnitten, feine Linien sowie Rundungen und Wölbungen sind vorhanden. Die Bewegung ist gut, die Proportionen sind stimmig. Gute Arbeit.

Publ.: BOΝNER, BRITMUS 321f. Taf. 96, 8 /CBd-423/.

Lit.: Zu Anubis: 40 /CBd-419/(Lit.). - Zu Upuaut: HOPFNER, TIERΚULΤ 50ff. - Zum Papyrus Jumilhac: J. VAΝDIER, Le Papyrus Jumilhac (1961) 113f. (l-II, 20).

Vgl.: Zu Anubis mit Schlange: 45 /CBd-424/; Unident., grau, durchbohrt RIDDER, DU. CLERCQ COLL. 783 Nr. 3479 (ohne Abb.). - Zu Anubis mit Schwert: Rotbraungelber Jaspis AGD III GÖTTINGEN 159 Taf. 81, 603; Grün-brauner Jaspis AGD IV HANNOVER 308 Taf. 223, 1697; Lapislazuli PHILIPP, BΕRLIN 95 Taf. 37, 141 /CBd-224/; Hämatit-Spindel BONNER 315 Taf. 20, 365 /CBd-1267/; Grüner Jaspis AGHAGUE 357 Taf. 174, 1128; Sard SKOLUDA 123; ferner grüner Jaspis AGD I, 3 MÜNCHEN 122 Taf. 282, 2915 (Lit., Vgl.).
Last modified: 2015-08-24 11:49:19
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/122

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