The CBd
Zwierlein-Diehl, Köln on CBd-1443
Taf. 12
Dichter Quarz, Oberfläche elfenbeinfarben verfärbt und krakeliert (ver­brannt?), an der Kante teilweise blaß orangefarben, nicht durchscheinend. Form 8c. Aus Slg. F. S. Matouk.
1,82 x 1,29 x 0,33
Bild b 1,69 x 1,08
2. Jh. n. Chr.
Seite a: Chnubis, sein Löwenhaupt über dreifach zum Kreis geschlungenem Schlangenleib erhebend. Den Kopf umgibt ein Nimbus, der mit sieben Doppelstrahlen besetzt ist.
Seite b: I Α / W
Kommentar:
Seite a: Die Siebenzahl der Doppelstrahlen entspricht der Zahl der Buchstaben des Gottesnamens (s.o. 28).
Amulette mit dem Bild des Chnubis sind bei Sokrates und Dionysios, Περὶ λίθωv, als Mittel gegen Magen- und Verdauungsbeschwerden beschrieben208.
"Λίθος ὀνυχίτης ἕτερος λευκὸς καὶ διαυγὴς διόλου καθάπερ ἀήρ. Ἔστι δὲ οὗτος ὀνυχίτου γένος. Ἐπιχάρασσε οὖν εἰς αὐτὸν σπείραμα ὄφεως ἔχον προτομὴν ἤτοι κεφαλὴν λέοντος καὶ ἀκτῖνας. οὗτος φορούμενος οὐκ ἐᾷ ὅλως ἀλγῆσαι τὸν στόμαχον. Ἀλλὰ καὶ ὅσαις ἂv χρήσῃ τροφαῖς εὐπεπτήσαις· ὁ δὲ φορῶν μὴ ἀποτιθέσθω αὐτόν."
"Ein anderer Onychites-Stein ist weiß und völlig durchsichtig wie Luft209. [Dieser ist nämlich von der Art des Onychites (eine Randglosse?).] Graviere also in ihn die Windungen einer Schlange, die das Oberteil oder den Kopf eines Löwen und Strahlen hat. Wird dieser Stein getragen, so läßt er keines­falls zu, daß der Magen schmerzt. Vielmehr wirst du, welche Speise du auch Ißt, gut verdauen. Der Träger soll ihn aber nicht ablegen."
Das gleichbedeutende Bild der strahlenbekrönten Schlange in einem Ringstein aus grünem Jaspis wurde in dem König Nechepso zugeschriebenen Buch als Magen-Αmulett empfohlen210.
Die Rückseite eines Pariser Amulettes mit Chnubis auf der Vorderseite trägt die Inschrift: "Φίλαξον ὑγειῆ στόμαχον Πρόκλου", "Bewahre in Gesundheit den Magen des Proklos"211. Die Bedeutung des Chnubis ist jedoch nicht auf diese Schutzfunktion beschränkt, s. Nr. 16.
Seite b: Die Anrufung "Iao" verdeutlicht, daß Chnubis derselbe große Gott wie der Hahnenköpfige ist.

208 F. de Mély - Ch.-Em. Ruelle, Les lapidaires de l'antiquité et du moyen âge II (Paris 1898) 177, 11; vgl. Bonner 25f., 55.
209 Nach der Beschreibung ein Bergkristall. Andere Arten von Onychites (8 - 10, 12) werden als weiß mit durchsichtigen Bändern, hell honigfarben und schwarz, weiß, schwarz beschrieben, vermutlich alles Quarze.
210 S. o. Anm. 147.
211 Delatte - Derchain Nr. 80.
 
Last modified: 2013-12-04 13:52:29
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