The CBd
Philipp, Mira et Magica on CBd-1986
Krugbild des Osiris
9790. — Plasma. Wohl Form 8. Gut erhalten, aber Oberfläche abgerieben. Moderne Goldfassung.
Slg. v. St.
1,25 x 0,9 x 0,2 (si.O.)
2. Jh. n.Chr.
Das Kultbild des Osiris hatte in der unterägyptischen Stadt Kanopos offenbar die Form eines Gefäßes mit dem Kopf des Osiris. Eine aitiologische Legende begründet diese Form, die wohl auch im Zusammenhang mit den analog hierzu benannten, aber älteren Kanopenkrügen zu sehen ist, Gefäßen, in denen man die Eingeweide des Mumifizierten beisetzte und die als “Dekkel” die Köpfe der vier schützenden Horus-söhne trugen. Hier dagegen ist der Krug mit dem Kopf des Osiris versehen und der Inhalt des Gefäßes war letztlich wohl das Nilwasser. Wann in ptolemäischer Zeit dieser Typ entstanden ist, ist unbekannt (im 1. Jh. v. Chr.?). Er ist in der Großplastik zu finden, aber auch häufig in der Kleinkunst (Bronze, kostbarer Stein, Terrakotten). Auf Münzen wird die Figur, frontal oder im Profil dargestellt, spätestens seit Kaiser Otho (68/69 n. Chr.) angetroffen.
Das Krugbild ist hier frontal gezeigt, der ovale Gefäßkörper steht wie üblich auf einem Wulst (“Kissen”). Andeutung der “Scheibe” oder von Hieroglyphen auf dem Krug? Osiris trägt entweder eine lange Perücke oder aber das quergestreifte Königstuch, darüber die Atefkrone mit den Widderhörnern. — Einfache Arbeit mit wenigen Detailangaben auf gewölbter Oberfläche.
Publ.: Toelken S. 30 Nr. 118. Pieper 140.
Lit.: Zu den Kanoposfiguren: Weber 19ff. (Terrakotten, Nr. 1ff.). Kat. 1967 Nr. 1018. 1019. Bonnet s. v. Kanope, Kanopus. Abd. El-Mohsen El-Kashab, Fs. Michalowski (1966) 111f. Anne Roullet, The Egyptian and Egyptianizing Monuments of Imperial Rome (1972) 99f. Nr. 145. — Münzen: Dattari Nr. 472. 1322. 3620. Geissen I Nr. 252. 253. Handler 63f. Taf. 11,8. 10-12. — Osiris-Kanopen auf Gemmen: AGDS II Berlin Nr. 293b. Henig, Lewis Coll. Nr. 123. AG Wien II Nr. 1372. 1375. 1503.
 
Last modified: 2013-08-30 14:21:19
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