The CBd
Michel, BM on CBd-503
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 67-68, no. 103

Dunkelbrauner Jaspis, poliert. Hochoval, beiderseits flach, Rand nach hinten abgeschrägt, Kante nach vorn. Unten sowie rechts ausgebrochen. Ringstein.

1,6 x 1,1 x 0,2
3. Jh.n.Chr.
Von G. Eastwood, Esq. (1864), ehemals Sammlung Praun und Mertens.
Brit. Mus. Inv. G 134, EA 56134.

Vs.: Innerhalb eines Ouroboros Harpokrates auf einem Skarabäus sitzend. Der gerippt gemusterte Ouroboros ist im Profil nach links gezeigt, der Kopf mit Auge, geschlossenem Maul und Bart ausgestattet. Die Elytren des Käfers sind mit feinen senkrechten und in der Mitte mit zwei waagerechten Linien gemustert, die nur vier angegebenen Beine sind angewinkelt am Körper gehalten, der Kopf ist angedeutet. Die Figur des Harpokrates ist im Profil nach rechts geschnitten, der Oberkörper beinahe in Vorderansicht gedreht. Das sichtbare rechte Bein ist eng angewinkelt herangezogen, der Fuß mit einer kleinen Kerbe deutlich gemacht. Kleidung ist nicht bezeichnet, zwei kleine waagerechte Kerben geben Brustwarzen oder -muskulatur an. Der linke Arm ist angewinkelt seitlich des Knies gehalten, die Hand mit grob angedeuteten Fingern im Handgelenk zum Mund hin geknickt, die angewinkelt in die Seite gestützte Rechte trägt einen Stengel mit Lotusknospe. Im Nacken schwingt die Jugendlocke aus, das Profil ist mit Ohr, Auge und Braue, Nase sowie Lippen und Kinn ausgestattet. Auf dem Kopf die Doppelkrone oder der Sonnendiskus, am Hinterkopf drei strahlenartige Linien.

Rs.: Queroval. Reste einer Inschrift in drei Reihen:
ΜΙΧAΗΛ
..IΖAΗΛIA
W
„Michael”, ...izaêl, ->Iaô
Das Fragment des zweiten Engelnamens ist nicht mehr zu einem der bekannten Namen rekonstruierbar.

Anstelle des Lotus ist der Skarabäus gesetzt, der, wie der Blütenkelch, inhaltlich „Werden, Entstehen” repräsentiert sowie als Symbol der Ewigkeit - dem die Darstellung rahmenden Ouroboros entsprechend - tägliche und jährliche Regeneration vermittelt. Wie die Sonne (Harpokrates, Skarabäus) aus sich selbst entstanden ist und jeden Morgen verjüngt aufs Neue aufgeht, soll auch dem Träger des Amuletts „ewiges Leben” zuteil werden.

Eine saubere Arbeit, klar und detailliert geschnitten. Die Komposition ist gut, die Proportionen sind stimmig. Der Skarabäus ist mehr Zeichen als veristisches Bild, anstelle von senkrechter waagerechte Elytrentrennung, der Thorax fehlt, die Zahl der Beine weicht vom Νaturvorbild ab.

Publ.: KIΝG, GNOSTICS (1864) 204 Taf. 2, 7; KΙΝG, GNOSTICS 436 Taf. C, 5; GOODENOUGH II 273 Anm.468, III 1151; BONNER 144 Anm.21 (erw.).

Lit.: Ζu den Engeln: C. DETLEF G. ΜÜLLER, Die Engellehre der koptischen Kirche (1959) 8ff. (Michael). - Zum Skarabäus: 99 /CBd-499/(Lit.), ferner 102 /CBd-502/

Vgl.: Zum Motiv Ηarpokrates/Skarabäus: Glas, blau PΗILIPP, ΒERLIN 83 Taf. 27, 114 /CBd-2087/; ferner hier 102 /CBd-502/. - Zur Lotusknospe als Attribut: 119 /CBd-519/. - Ζu ΜIΧΑΗΛ: 16 /CBd-395/, 106 /CBd-506/, 114 /CBd-514/, 130 /CBd-530/, 590 /CBd-949/. - Ζu Harpokrates auf dem Lotus: 104 /CBd-504/(Vgl.)118 /CBd-518/.
Last modified: 2015-08-28 11:37:48
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/233

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