The CBd
Philipp, Mira et Magica on CBd-209
Chnoubis
11919. — Prasem. Form 6. Rechter Rand stark bestoßen.
Slg. v. St.
1,1 x 0,75 x 0,25
1./2. Jh. n. Chr.
Vs.: Schriftquellen und auch Inschriften auf den Steinen selbst bezeugen, daß die sehr zahlreichen Amulette (meist Chalcedon oder ein grüner Stein) mit der löwenköpfigen Schlange mit Strahlenkrone, meist Chnoumis oder Chnoubis genannt, vornehmlich der Heilung von Beschwerden des Magens und überhaupt des oberen Abdomens dienten (vgl. zu den Ibisamuletten Kat. Nr. 119 /CBd-2092/-121 /2094/). Noch um 400 n. Chr. wird ein solcher Jaspis gegen Magenbeschwerden von Marcellus Empiricus verschrieben (CML V: Marcelli de medicam. liber ed. Max. Niedermann [1966] XX, 98). Der Löwenkopf und die Strahlenkrone weisen auf Beziehungen zur Sonne, der Schlangenleib auf den schlangengestaltigen Agathodaimon, dessen eigentlicher Name Harponchnouphi ist. Dahinter verbergen sich die Namen Horus und Chnum (vgl. zu Chnum Kat. Nr. 106 /CBd-208/, wo Chnum und Horus zusammen dargestellt sind), die auch sonst miteinander verbunden werden. Beides sind Götter des sich ewig erneuernden Prinzips der täglich wiederkehrenden Sonne wie der jährlich neuen Flut. Auch von Chnoumis heißt es, daß er als astrologisches Zeichen das Nahen der Nilflut kündet. Eine Verbindung zum Dekan Chnoumis im Zeichen des Löwen oder des Krebses kann vermutet werden.
Auf diesem Stein windet sich die eher schmächtige Schlange, die eine Strahlenkrone auf ihrem Löwenkopf trägt, um einen Rundaltar, der mit einer Girlande geschmückt ist, eine profilierte Basis und ebenso eine profilierte Deckplatte hat. Links unten über der Basis ist noch die Schwanzspitze der Schlange zu erkennen, auf dem Altar Opfergut, Asche o.ä. — Einfache, sichere Arbeit.
Rs.:
ΘΜΟΥΙC
Alte Bezeichnung des heutigen Tell Ibn es Salam bei Mendes (vgl. Bonnet s.v. Mendes). Der Ortsname spielt hier vielleicht auf den dort verehrten Widder — Chnum — an. R. Merkelbach verweist auf die Bedeutung Μουï = “Löwe” (PGM Index S. 227). Wenn die Sonne im Zeichen des Löwen steht, kommt die Nilflut (s.o.).
Publ.: Toelken S. 31 Nr. 128.
Lit.: Zum Thema allg.: s. o. S. 18f. Eine Assoziation mit der Schlange des heilenden Gottes Asklepios kann vielleicht vermutet werden. Bonner, Amulets passim, bes. 25. 54. 55. 58. 59. Bonnet s.v. Chnum. Delatte-Derchain 54ff.: Betonung des astrologischen Aspektes. So auch Schwartz 163f. Barb, Abraxasstudien 75f. (Identifizierung von Sao und Chnoubis). Wortmann, Nilflut 80ff. 85ff. AGDS IIΙ Kassel Nr. 162. 163ff. (dort weitere Beispiele). Sena Chiesa, Aquileia Nr. 153 7f. - Schwartz 164f.: zu den zu heilenden Krankheiten. — Chnoubis und Altar: Bonner, Amulets Nr. 92 /CBd-1043/. Delatte-Derchain Nr. 62. 70. 77. 79. O. J. Névérov, Fs. Vermaseren II (1978) 837 Nr. 10a Taf. 169. Vgl. hier Kat. Nr. 129 /CBd-213/. 130 /CBd-214/. Zum Altar: AGDS I 3 München Nr. 2438. Vollenweider, Genf II Taf. 118f. — Die Zahl der Strahlen wechselt stärker als nach Barb, Abraxasstudien 76 Anm. 1, zu vermuten wäre (Flüchtigkeit?). Sechs oder sieben bzw. zwölf oder vierzehn Strahlen werden bevorzugt (s. auch Bonner, Amulets 55). Zur Bedeutung der Zahlen: Bonnet s.v. Zahl.
 
Last modified: 2015-07-29 12:29:46
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