The CBd
Michel, BM on CBd-637
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 146, no. 239.

Hämatit, matt. Hochoval, Vs. leicht konvex, Rs. flach, Rand nach hinten abgerundet, Κante rund. Minimaler Abspliß im Bildfeld der Vs. oben. Ringstein.

1,9 x 1,5 x 0,4
3. Jh.n.Chr.
Gekauft Von J. Ogden (1986).
Brit. Mus. Inv. G 1986,5-1,47.

Vs.: Gepanzerter Anguipedes, frontal, Kopf mit spitzem Maul und langen spitzen Ohren im Profil nach links (Schakalkopf?). Der leicht gebeugt vom Körper abgestreckte rechte Arm trägt einen runden Gegenstand, vielleicht einen zu klein dargestellten Schild oder Kranz. Die Linke ist leicht angewinkelt erhoben und schwingt eine Peitsche. Die Schlangenbeine sind glatt und symmetrisch u-förmig geführt, die Köpfe haben Hörner, Kamm oder Ohren. Im freien Feld um die Figur verteilt einzelne Buchstaben im Uhrzeigersinn:
IΖΓAΘ
kryptographische Abkürzungen, u.a. für Ι(ΗCΟΥC) ΖΕΥC) Θ(ΕΟC), Jesus Zeus, der Gott?

Rs.: Queroval, Drei Buchstaben, durch Unterstreichung mit einer kurzen Linie als Abkürzung kenntlich gemacht:
ΖΘΣ
Ζ(EYC) Θ(ΕΟC) Σ(WTΗP), Zeus, der Gott, der Retter?
Da Zeus meist mit Sarapis in Verbindung gebracht wird, könnte mit dem (eckigen) Sigma anstelle von ΣWTΗP auch Σ(APAΠΙC) gemeint sein.

Tierköpfige Figuren mit Schlangenbeinen dürften auf die in gnostischen Systemen bekannten „tiergesichtigen” Archonten reflektieren. So ist etwa Onoel, unterster Archon des ophianischen Diagramms mit chthonischem Charakter, eselsgestaltig. Auch sind Hund und Esel unter den Namen Erataoth und Τhaphabaoth bzw. Tartharaoth als dämonische Repräsentanten von Sonne und Mond deklariert. Übertragen auf die Gemmenmotive kann der schakalköpfige Anguipedes mit der Sonne, der eselsköpfige - auf Vergleichsbeispielen auch in Mumienbinden - mit dem Mond assoziiert werden. Meist lassen sich bei den Gemmenbildern die Köpfe jedoch kaum näher unterscheiden.

In der Hauptsache linear flach geschnitten. Motivisch scheint einiges gewollt unklar und verdunkelt zu sein.

Lit.: Ζu Motiv und Thema: KIΝG, GNOSTICS 88; A. BLANCHET, Intailles représentant des génies de la secte des Ophites, CRAΙ, 1920, 147-156; BONNER 130f; DELATTE-DERCHAΙN 172 Anm.1 zu Νr. 227; ZWIERLEIN-DIEHL, KÖLN 36; ferner W. DEOΝNA, Laus Asini. L'âne, le serpent, l' eau et l' immortalité, RevBelg 34, 1956, 5ff., 337ff., 623ff - Ζu tierköpfigen Archonten: ΟRIGEΝES, Contra Celsum VI 24-38, in: P. SLOTERDIJK - T.H. MΑCHO, Weltrevolution der Seele (1991) 193ff.; A. PROCOPÉ-WALTER, Iao und Set, ARW 30, 1933, 34ff., 60 Anm.2 Abb. 112; W. FAUTH, Seth-Typhon, Οnoel und der eselsköpfige Sabaoth, OrChr 57, 1973, 79-120; JACKSON, LION 58f; J.F. QUACK, Dekane und Gliedervergottung. Altägyptische Traditionen im Apokryphon Johannis, JbAChr 38, 1995, 102f. Αnm.37. - Ζu den Inschriften: BONNER 173-175 (Jesus, Theos, Sarapis); PHILIPP, BERLIN 55 zu Νr. 55 /CBd-2031/ (Ζeus, Sarapis). - Ζu christlichen Elementen auf magischen Gemmen: 224 /CBd-622/(Lit.), 249 /CBd-647/(Lit.), 250 /CBd-648/(Lit.), 457 /CBd-815/(Lit).

Vgl.: Ζu schlangenbeinigen Figuren mit Schakal- oder Eselskopf: Grüner Jaspis PHΙLIPP, BERLΙN 105f. Taf. 43, 168 /CBd-2123/; Hämatit DELATTE-DERCHAIN 38f. Νr. 36; Grüner Jaspis SOUTHESK COLL. 143f. Taf. 13, Ν 7; Gelber und grüner Jaspis PANΝUTI, ΝAPOLI 307f. Νr. 273 und 317ff. Νr. 282; Heliotrop SMITH-HUTTON, COOK COLL. 50 Νr. 219 (ohne Abb); hier 240 /CBd-638/, 241 /CBd-639/(Vgl.). - Ζu kryptographischen, christlichen Elementen und zum Namen Jesus: 224 /CBd-622/(Vgl.), 249 /CBd-647/(Vgl.), 250 /CBd-648/(Vgl.), 298 /CBd-684/, 398 /CBd-769/, 450 /CBd-808/, 457 /CBd-815/(Vgl.), 458 /CBd-816/, 460 /CBd-818/, 465 /CBd-823/, 538 /CBd-897/(Vgl.), 541 /CBd-900/(Vgl.), ferner 5 /CBd-384/.
Last modified: 2015-10-03 22:57:02
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