The CBd
Michel, BM on CBd-648
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 154, no. 250.

Dunkelgrüner gelb gesprenkelter Jaspis, poliert. Hochoval, beiderseits flach, Rand nach hinten abgeschrägt, Kante abgerundet. Absplisse auf der Vs. unten sowie am Rand links und unten rechts. Ringstein.

1,5 x 1,1 x 0,3
3. Jh.n.Chr.
Von Jack Ogden (1986).
Brit. Mus. Inv. G 1986,5-1,69.

Vs.: Menschliche Figur im Pantheosschema frontal in leichter Schrittstellung auf einer Kartusche stehend, das linke Bein im Profil nach rechts, das rechte etwas angehoben (Spielbein). Der Gott ist in ein knöchellanges Gewand gehüllt, einige grob und flüchtig gezogene Kerben bezeichnen Stoffalten. Die Pantheosfigur hat nur zwei Flügel und zwei brettartig waagerecht zur Seite gestreckte Arme mit je einem Zepter, das unten von zwei kurzen waagerechten Linien gekreuzt (Drechselung) und oben von je einem x-förmigen Zeichen bekrönt wird. Der von fünf Strahlen umgebene und mit einem Modius bekrönte Kopf der Figur ist unmißverstandlich bartig und im Profil nach rechts gezeigt. Im freien Feld verstreut rechtslaufig die Buchstaben:
ΒΑΚΑΞI
Innerhalb der Kartusche:
ΧYΧ
→Bakaxichych

Rs.: leer.

Die synkretistisch kombinierte Pantheosfigur enthält Elemente des Sarapis Sol (Bart, Modius und Strahlen). M. Smith sieht in den Χ-und I-ahnlichen Zeichen oben und am Schaft der Zepter christlichen Elemente in Form von Abkürzungen für „Jesus Christus”. Bedenkt man auch den christlichen Habitus der Figur (Kreuzigungshaltung), sowie die Ableitung der Christusikonographie von Sarapis, so ist dem zu folgen und vielleicht auch eine spätere Datierung des Stücks in Erwagung zu ziehen. Wie beim vorangegangenen Stück wird deutlich, daß das Jesusbild nicht nur ikonographisch von den magisch-solaren Gottheiten abhängig war, sondern zuweilen auch mit ihnen identifiziert wurde.

Linear entworfen und angesichts der geringen Größe des Steines sauber ausgeführt, die Körperteile aushöhlend.

Lit.: Zum Pantheos: 159 /CBd-557/(Lit.). - Zu Sarapis: 25 /CBd-404/(Lit.). - Zum Anteil des Sarapis am aufkommenden Christentum: S. MORENZ, Ägyptens Beitrag zum werdenden Christentum, ΤhLZ 72, 1947, 297; W. HORNΒOSTEL, Sarapis (1973) 395, 396 Anm.6. - Zu Iao-Ηelios-Pantokrator in Verbindung zu Pantheos: W. FAUTH, Arbath Iao. Zur mystischen Vierheit in griechischen und koptischen Zaubertexten und in gnostischen oder apokryphen Schriften des christlichen Orients, OrChr 67, 1983, 95f., bes. 102f.; K. HOHEISEL, in: RΑC XVII (1996) 838ff., bes. 872ff. s.v. Jesus. - Zu christlichen Elementen auf magischen Gemmen: 224 /CBd-622/(Lit.), 249 /CBd-647/(Lit.), 457 /CBd-815/(Lit.).

Vgl.: Zu Christus-Ηelios: 249 /CBd-647/(Vgl.). - Zu Christus-Pantheos: BARB, AMULETS 10-17 Taf. 2, a.b; Α.Α. ΒARB, Mystery, Μyth and Magie, in:. J.R. Ηarris, The Legacy of Εgyρt 2(1971) 162 Taf. 12. - Zu pantheistischen, menschlichen Figuren: Lapislazuli AGKÖLN 217 Taf. 101, 235. - Zu pantheistischen Figuren allg.: 171 /CBd-569/180 /CBd-578/. - Zum Pantheos: 159 /CBd-557/170 /CBd-568/. - Zu Sarapis: 34 /CBd-413/36 /CBd-415/. - Zu kryptographischen, christlichen Abkürzungen und Namen Jesus: 224 /CBd-622/(Vgl.), 239 /CBd-637/, 249 /CBd-647/(Vgl.), 298 /CBd-684/, 398 /CBd-769/, 450 /CBd-808/, 457 /CBd-815/(Vgl.), 458 /CBd-816/, 460 /CBd-818/, 465 /CBd-823/, 538 /CBd-897/(Vgl.), 541 /CBd-900/(Vgl.), ferner 5 /CBd-384/.

 

Last modified: 2015-10-05 00:39:04
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/381

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