The CBd
Michel, BM on CBd-679
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 185, no. 293.

Dunkler Hämatit, matt. Hochoval, beiderseits flach, Rand nach hinten abgeschrägt, Kante abgerundet. Kleine Absplisse an der Kante, abgerieben. Streichelstein.

2,3 x 1,9 x 0,35
3. Jh.n.Chr.
Herkunft unbekannt.
Brit. Mus. Inv. G 385, EA 56385.

Vs.: Pantheos frontal auf einem Löwen stehend, Beine und Kopf im Profil nach links. Der Löwe schreitet auf einer Grundlire im Profil nach links. Der Schwanz, aus einer langen und mehreren kurzen, breiten Kerben zusammengesetzt, ist s-förmig gewunden und scheint als Schlange gedacht. Der Löwenkopf ist nur grob mit geöffnetem Maul angegeben, wenige wirr gesetzte Linien deuten die Mähne an. Die Silhouette des schemenhaft gearbeiteten Pantheos wird nur durch zwei waagerechte Kerben auf Höhe der Ηüften unterbrochen, rechts daneben, schräg nach unten zeigend der zweiteilige Vogelschwanz. Grob und flüchtig gestrichelt stehen zwei Flügelpaare jeweils nach links und rechts ab. Beide angewinkelt ausgestreckten Arme halten Stäbe oder Zepter, die oben und unten mit einer kurzen waagerechten Kerbe abschließen. Der Kopf des Gottes besteht aus drei Querfeschen für die beiderseits abstehenden Tierprotomen, auf dem Kopf eine große stilisierte Krone (Ηehem). Im freien Feld links und rechts des Kopfes jeweils ein sechstrahliger Stern. Der verbleibende Freiraum ist mit Buchstaben ausgefüllt, die in konzentrischen Kreisen umlaufen.

Rs.: Gruppe von drei statuarischen Figuren auf einer Tabula ansata als Grundlinie. Von links nach rechts: eine weibliche Gestalt im Profil nach rechts, in ein langes Gewand gehüllt und mit zum Mund geführter Hand. In der Mitte eine männliche Figur im Profil nach links. Rechts außen eine weitere. langgewandete Figur im Profil nach links, ebenfalls eine Hand in Richtung Mund erhoben. Im freien Feld zwischen die Figuren verteilt vier Sterne. In der Tabula ansata - einzeilige Inschrift:
AΒPACAΞ
→Abrasax
Unter der Tabula ansata fünf Reihen nicht transkribierbarer Buchstaben.

Rand: Umlaufend eine Reihe nicht transkribierbarer Buchstaben oder →Charakteres.

Etwas gröber geschnittene Version des auch auf den vorangegangenen Steinen gezeigten Pantheosmotivs. Details fehlen, selbst die Silhouetten sind nicht mehr eindeutig bestimmbar. Die Proportionen und Bewegungen sind nicht ganz stimmig. Die Hauptfigur hat zu kurze Beine und einen zu langen Oberkörper, beim Löwen sind die Beine zu lang. Die Typik der drei Gottheiten auf der Rückseite ist im Gemmenstil der Kaiserzeit gut getroffen. Durch Auslassung der Politur wirkt der Stein stumpf und die Bilder bewußt verdunkelt.

Publ.: SCHWARTZ (1979) 176 zu Nr. 34 /CBd-1780/ (erw.).

Lit: Zu den Motiven: 289 /CBd-675/(Lit), 290 /CBd-110/(Lit.). - Zum Thema: 264 /CBd-659/(Lit.), 279 /CBd-665/(Lit.), 280 /CBd-666/(Lit.), 300 /CBd-686/(Lit.).

Vgl.: Zu den Motiven: 290 /CBd-676/(Vgl.)292 /CBd-678/, 294 /CBd-680/, ferner 289 /CBd-675/, 295 /CBd-681/.

 

Last modified: 2015-10-07 22:54:52
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/424

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