The CBd
Michel, BM on CBd-697
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 198, no. 311.

Bräunlicher Chalcedon, stark poliert. Hochoval, Vs. konvex, Rs. flach, Kante abgerundet. Kleiner Abspliß auf der Rs. links.

2,8 x 2,4 x 0,4
17. Jh.n.Chr.
Von G. Eastwood, Εsq. (1864), ehemals Sammlung Praun und Mertens.
Brit. Mus. Inv. G 115, ΕA 56115.

Vs.: Chnoubis im Profil nach links über einer zylindrischen Cista Mystica mit umlaufenden Profilringen. Neun große Strahlen umgeben den Löwenkopf. Ohr, Brauenwulst, Auge, lange Nase mit rundlicher Spitze, gewölbte Wangenpartie und ein geöffnetes Maul mit naturalistisch kleinem, flachem Unterkiefer sind angegeben. Einige Linien stehen für eine geordnet eng anliegende Mähne, die das Gesicht rahmt und unter dem Kinn als latzähnlicher Bart ausläuft. Der mit parallel gesetzten Doppellinien gemusterte Schlangenleib ist zu einem großen Kreis gewunden, dessen Hälften jeweils links und rechts des Körpers sichtbar sind, so daß der Windung des Leibes klar zu folgen ist. Der Schwanz ist nach dieser Windung ziemlich lang, mehrfach gebogen und läuft weit nach rechts aus. Im freien Feld verteilt Inschriften, links der Figur beginnend in zwei Reihen:
ΧΝΟYΒ
IC
rechts davon:
AΝΟΧ
zwischen Chnoubis und dem Altar:
CΕΜΕIΕIΛAΜΨ
Chnoubis Anoch →Semesilam, „Ich bin Chnoubis, die ewige Sonne”

Auffällig die Schreibweise des Buchstaben My bei CΕΜΕCΕΙΛAΜΨ, auch das Psi ist sehr groß und ähnlich einem Zweig geschnitten. Der senkrechte Strich vom Altar zum Schlangenleib stellt als Verbindungsstrich die emblemhafte Einheit her und ersetzt das Sigma.

Rs.: leer.

Eine detaillierte Arbeit (Löwenkopf), die kleinteilig klar ist. Die Proportionen überzeugen nicht ganz, auch ist die Körperwindung im Gegensatz zu dem naturnahen Löwenkopf etwas einfach und wirkt plump und ungelenk. Eine trockene mechanisch perfekte Arbeit der Neuzeit, ohne Kenntnis der griechischen Schrift.

Publ.: KING, GEMS AND RINGS 46 Taf. 8, 8; KING, ANTIQUE GEMS 344 (Abb.); ΚING, GNOSTICS (1864) 70 Abb. 12; KING, GNOSTICS 340 Abb. 15; GOODENOUGH II 265 Anm.415, III 1132; MICHEL, AMULETTGEΜMEN 386 Anm.2 (erw.).

Lit.: Zu Motiv und Inschriften: 304 /CBd-690/(Lit.), 310 /CBd-696/(Lit.).

Vgl.: Zu Motiv und „Anoch Chnoubis →Semesilam”: 310 /CBd-696/ (Vgl.), 312 /CBd-698/, ferner 617 /CBd-976/. - Zu Chnoubis über Cista magica: 310 /CBd-696/ (Vgl.), 312 /CBd-698/, ferner 313 /CBd-699/. - Zum Chnoubis-Motiv: 304 /CBd-690/(Vgl.)310 /CBd-696/ (Vgl.), 312 /CBd-698/326 /CBd-712/, ferner 327 /CBd-713/(Vgl.)338 /CBd-715/(Vgl.).

 

Last modified: 2015-10-10 13:53:18
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/442

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