The CBd
Michel, BM on CBd-707
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 204-205, no. 321

Milchig grau-grüner Chalcedon, Rs. bräunlich gefleckt, poliert. Hochoval, Vs. leicht, Rs. stark konvex, Mittelgrat unregelmäßig abgerundet. Große Absplißmulde auf der Vs. links sowie ein Sprung auf der Vs. rechts unten. Ringstein.

1,3 x 1,0 x 0,4
3. Jh.n.Chr.
Vermacht von Rev. W.J. Rose, M.A. (1916).
Brit. Mus. Inv. G 559, EA 54276.

Vs.: Chnoubis im Profil nach links. Der massige Löwenkopf war ursprünglich von einem Nimbus mit sieben gestrichelten Doppelstrahlen umgeben, von denen nur fünf erhalten sind. Der mit Wölbungen modellierte Löwenkopf zeigt einen großen, länglichen Brauenwulst, ein dreieckiges Auge, eine längliche Nase, deren Spitze durch Abspliß zerstört ist, und ein leicht geöffnetes Maul. Oberkiefer und Wangenpartie sind durch Wölbungen hervorgehoben, die Mähne ist mit kleinen Linien als eine Art Backenbart über die Wange gezogen. Auch am Hinterkopf geben feine Strichelungen Mähne an, die bartähnlich bis unter das Kinn geführt ist. Der gerippt gemusterte Schlangenleib ist stark nach links gekrümmt, bevor er in eine komplizierte dreifache Windung übergeht. Als Gegengewicht bildet der Körper nach rechts zwei Windungen in Form der liegenden Acht, ist sodann nochmals halbkreisförmig nach links geführt und endet schließlich in der leicht gekrümmten, beinahe waagerecht nach rechts laufenden Schwanzspitze.

Rs.: Inschrift in neun Reihen, darunter das Chnoubiszeichen, drei s-förmige Linien mit Querbalken:
ΧΝΟΥ
ΜICΝAAΒIC
COPΟΟPΜAPΒ
APΟΥΔΕΑPΟΥAC
ΑΛΟWΝAPPIΕCΟ
ΥΡΑΟΥCΜICΥΕΗ
ΥΘΓIΓAΝTΟPΗΚ
TAΒΑPΟΨΕI
TA
Enthalten: Chnoumis, ->Naabis Bienouth-Logos, ->Soroor-Logos, γιγαντορῆκτα βαροφειτα
In Reihe 3-6 ist mit ΜAPΒAΡΟΥ ΔΕΑΡΟΥ ACAΛOWΝ APPIΕCΟΥ PAΟΥCΜICΥΕΗΥΘ eine Verschreibung auf mehreren Stücken mit Chnoubismotiv belegten Inschrift (ΟPΟΙ) ΒAPΒAPΟΥ ΔΕAPΟΥ ΑCAΛΕWΝ ACPIΕCOΥ PΑΜIΟΥΕΥ enthalten. Das Wort ΓIΓAΝTΟPΗΚTA ist wie ΓIΓAΝTΟΦΟΝTA ein für Chnoubis häufig verwandtes Epitheton und kommt - wie hier - zumeist im Zusammenhang mit dem Wort BAPWΦITA vor, das mit „Schlangenvernichter” übersetzbar ist (gr. „βαρεῖν” und „ὄφις”). Die Vorstellung von der Tötung der Giganten durch den griechischen Gott Zeus wird - im Synkretismus - mit dem Jüdischen Jahwe (ΙAW) und auch Chnoubis in Zusammenhang gebracht, so daß in der Verschmelzung jüdischen und hellenistisch-ägyptischen Gedankengutes, Chnoubis mit Zeus-Sonnengott-Schöpfer und Vernichter der Ur-Riesen assoziiert ist.

Der Schnitt ist souverän. Wölbungen und Rundungen sind ebenso eingesetzt wie breite Kerben und feine Linien. Die Figur wirkt kraftvoll, die Proportionen harmonieren, da dem großen Kopf mit dem mächtigen Nimbus die dreifache Körperwindung entgegengesetzt ist. Auch die heftige Bewegung nach links, die durch den Bogen des Schlangenkörpers auf Brusthöhe ausgedrückt wird, ist durch die doppelte Windung nach rechts aufgefangen, was der Figur Kraft und Spannung verleiht.

Publ.: MICHEL, AMLETTGEMΜEN 386 Anm.2.6 (erw.).

Lit: Zum Motiv: 304 /CBd-690/(Lit.). - Zum Wort ΒΑΡΟΦITΑ: BONNER 169. - Zu ΓIΓΑΝΤΟPHΚTΑ: E. HATCH - H.A. REDPATH, A Concordance of the Septuagint and the other Greek Versions of the Οld Testament I (1897) 256 s.ν. ΓIΓΑC; DELATTE-DERCHAIN 29 Anm.1; BARB, ABRAΧAS-STUDIEN 74ff.; A.A. BARB, Gnomon 41, 1969, 302; BONNER 57, 168f.; PHILIPP, BERLIN 90 zu Nr. 131 /CBd-215/; BOUSSAC - STARAKIS (1983) 484ff. zu Nr. 79.

Vgl.: Zu Motiv und ->Νaabis Bienouth-Logos: Chalcedon DELATTΕ-DERCHΑIΝ 66 Νr. 78; Plasma CASAL GARCÍA I 188, II 80 Νr. 502; Unident. grün, jadeähnlich FESTUGIÈRE, KOFLER COLL. 292 Taf. 1, 6; Rauchquarz PHILIPP, BERLIN 89 Taf. 32, 127 /CBd-211/; Chrysopras AGSOFIA 94f. Νr. 263; hier 323 /CBd-709/, 324 /CBd-710/. - Zu Motiv und Inschrift (OPOI) BΑPBAPΟΥ ΔΕΑΡΟΥ ΑCΑΛΕWΝ ΑCPIΕCOΥ PΑΜIΟΥΕΥ: Schwarzer Jaspis HAMBURGER, CAESARΕA 33 Taf. 5, 110; Achat DELATTE-DERCHAIN 68 Νr. 82; Unident., schwarz LΙFSHITZ (1964) 83 XIII Taf. 4Β; Schwarzer Jaspis STERNBERG, AUKTION 23, 1989, 68f. Νr. 221; ferner Chrysopras PHΙLIPP, BERLIN 90f. Taf. 33, 131 /CBd-215/; Grüner Jaspis BONNER 287 Taf. 10, 207 /CBd-1066/. - Zu Motiv und ΓIΓΑΝTΟPHΚTΑ/ΒΑPΟΦITΑ: Plasma ΗENIG, CAMBRIDGE 227f. Νr. 501 /CBd-105/; Plasma und Jade SOUTHΕSK COLL. 146 Taf. 15, Ν 11 und 147 Ν 15 (ohne Abb.); Plasma, Chalcedon und Jade BONNER 267 Taf. 4, 86 /CBd-1327/.88 /CBd-1329/, 321 /CBd-1777/ Νr. 393 /CBd-1540/ (ohne Abb.); Chalcedon und Plasma SLIWA, CIAZΥNSKI COLL. 75f. Taf. 21, 98 /CBd-201/.99 /CBd-203/; Plasma AGWIEN III 168 Taf. 102, 2223 /CBd-2467/; Chrysopras AGSOFIA 94f. Nr. 263; Chrysopras PHILIPP, BERLIN 90 Taf. 33, 131 /CBd-215/; Schwarzer Jaspis, Smaragd, grüner Jaspis und Praser DELATTE-DERCHAIN 63f. Νr. 71-74; Jaspis? (ohne Farbangabe) PANΝUTI, ΝAPOLI 322f. Νr. 286; Achat, wolkig, BOUSSAC-STARAKIS (1983) 484ff. Νr. 79 Abb. 78; Onyx?, grün RIDDER, DE CLERCQ COLL. 770 Taf. 28, 3453; Zeichnung A. PELLEGRINI, D'una Abraxa inedita. Troνata nell'agro opitergino (1874) Abb. 1; Abdruck MOUTERDE (1930) 75f. Νr. 9; hier 322 /CBd-708/, 584 /CBd-943/, ferner 329 /CBd-125/, 617 /CBd-976/. - Zu Chnoubis mit Νimbus/Doppelstrahlen: 317 /CBd-703/, 319 /CBd-705/, 320 /CBd-706/(Vgl.), 322 /CBd-708/, 325 /CBd-711/, 326 /CBd-712/, ferner 327 /CBd-713/, 338 /CBd-715/. - Zum Motiv allg.: 304 /CBd-690/(Vgl.)320 /CBd-706/(Vgl.), 322 /CBd-708/326 /CBd-712/, ferner 327 /CBd-713/(Vgl .)338 /CBd-715/ (Vgl . ).
Last modified: 2015-10-10 19:21:31
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/561

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