The CBd
Michel, BM on CBd-734
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 225, no. 357.

Hämatit, stark poliert, fleckig, da unrein. Hochoval, beiderseits flach, Rand nach hinten, Kante nach vorn abgeschrägt. Stark abgerieben. Ringstein.

2,6 x 1,8 x 0,5
3. Jh.n.Chr.
Gekauft von Jack Ogden (1986).
Brit. Mus. Inv. G 1986,5-l,22.

Vs.: Kugeliges Uterussymbol mit langem, geradem Hals, der mit zwei waagerechten Linien abschließt (Muttermund). Links und rechts des Halses je zwei parallel schräg nach unten laufende Linien (Haltebänder), unter dem Organ ein Schlüssel mit sieben Zähnen, Haltestiel und Griff rechts. Oben entspringen Zwei Linien, die gewellt nach links und rechts unten auseinander laufen und Eileiter andeuten. Darauf, kaum erkennbar, eine flüchtig geschnittene Chnoubisfigur. Der Schlangenkörper ist schleifenartig zu jeder Seite hin gewunden, Brust und Hals sind sehr kurz. Ein zu großer Löwenkopf ist mit wirren Kerben angedeutet, Strahlen, Mähne oder Maul sind dem Kerbengewirr nicht zu entnehmen. Im freien Feld zahlreiche Buchstaben, die die gesamte Fläche bedecken und kaum lesbar bzw. nicht zu sinnvollen Worten zusammenzufügen sind.

Rs.: Inschrift in sechs Reihen, nicht entzifferbar und ohne Sinnzusammenhang.

Die Chnoubisschlange erscheint häufig auf den Uterusamuletten, was nicht verwundert, da Chnoubis synkretistisch sowohl Erscheinungsform des Sonnengottes, als des Schöpfer- und Geburtsgottes Chnum ist. Bei Gemmen, deren Bilder nur die Chnoubisschlange über dem Uterus zeigen, fällt häufig auf, daß die Inschriften stark von den für Uterusamulette geläufigen abweichen. Anstelle des →Soroor-Logos oder dem in diesem Zusammenhang häufig genannten →Orôriouth sind die Namen der Erzengel sowie →Abrasax oder →Sabaôth zu lesen, was auf vorrangig gnostische Inhalte hinweisen dürfte.

Durch zahllose Buchstaben soll das Bild verwirrend und verdunkelt wirken, was noch durch die Unreinheiten im Stein unterstützt wird. Chnoubis ist grob und kaum erkennbar geschnitten, das Uterussymbol entspricht in etwa den üblichen Darstellungen.

Publ.: MICHEL, AΜULETTGEΜΜEN 387 Anm.15 (erw.).

Lit.: Zum Motiv: 350 /CBd-727/(Lit.). - Zu Chnoubis auf dem Uterus: G.
VIKAN, Art, Medicine and Magic in Early Byzantium, DOP 38, 1984, 75ff.; SPIER, ΤRADΙTION 40. - Zu Chnoubis allg.: 304 /CBd-690/(Lit.).

Vgl.: Zu Chnoubis auf dem Uterus: Hämatit DELATTE-DERCHAIN 251 Nr. 350; Hämatit HAMBURGER, CAESAREA 34 Taf. 6, 125; Hämatit SOUTHESK COLL. 169f. N 45 (ohne Abb.); ferner Praser DELATTE-DERCHAIN 252 Nr. 351; hier 358 /CBd-735/, 413 /CBd-163/. - Zum Motiv: Uterus mit Schlüssel 350 /CBd-727/(Vgl.)352 /CBd-729/, 356 /CBd-733/, im Ouroboros 353 /CBd-730/(Vgl.)355 /CBd-732/, mit Schutzgottheiten 359 /CBd-736/(Vgl.)381 /CBd-752/, ferner 387 /CBd-758/ (Vgl.), 388 /CBd-759/, 409 /CBd-780/(Vgl.)413 /CBd-163/, 417 /CBd-112/(Vgl.)423 /CBd-113/.

 

Last modified: 2015-10-15 22:34:47
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