The CBd
Michel, BM on CBd-748
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 237, no. 377.

Hämatit, stärk pοliert. Hοchοval, beiderseits flach, Rand nach hinten abgeschrägt, Kante abgerundet. Rand rechts abgesplittert, kleiner Abspliß links unten, Rs. von senkrechten Absplißmulden durchzogen.

2,31 x 1,59 x 0,3
3. Jh.n.Chr.
Gekauft von Jack Ogden (1986).
Βrit. Μus. Inv. G 1986,5-1,28.

Vs.: Uterussymbοl mit Figurengruppe innerhalb eines gerippt gemusterten Ouroboros mit länglich ovalem Kopf im Profil nach rechts. Das Uteruscorpus ist kugelig rund und geht unten abgeflacht in einen kurzen Hals mit zwei Abschlußkerben über (Μuttermund). Zwei Linien sind zu beiden Seiten parallel schräg nach unten geführt (Haltebänder). Unter dem Organ ein Schlüssel mit sieben Zähnen und einem Ηaltestiel rechts. Der Griff ist als Tierkopf gearbeitet (Schakalkoρf des Anubis oder Seth?). Auf den oben wellenförmig anseinanderzweigenden Linien stehen links Βes mit Harpokrates auf dem Kopf, in der Mitte Isis und rechts ein Vierfüßler. Βes ist in Vorderansicht dargestellt, der Kopf mit Bart, Augen, Νase und Ohren ist angedeutet. Darauf Harpokrates frontal im üblichen Sitzschema: ein Βein angewinkelt, das andere ausgestreckt, die linke Hand angewinkelt seitlich am Körper, die rechte angewinkelt erhoben zum Mund geführt. Attribute sind nicht erkennbar. Auf dem Kopf des Harpokrates zeigt eine ovale Kerbe Krone oder Sonnendiskus an. Im Zentrum in Vorderansicht und mit nach links vorgeschobener Hüfte Isis. Die Göttin ist mit einem Chiton und einem über der Βrust gekreuzt gewickelten Manteltuch bekleidet, das über den linken Arm fällt. Μit der rechten angewinkelt erhobenen Hand schützt sie den Kopf des Horus-Kindes, in der angewinkelt erhobenen Linken hält sie ein kugeliges Gefäß in Uterusform. Der im Profil nach links gerichtet Kopf der Göttin ist nur grob mit spitz abstehender Νase und Lippen sowie Frisur und Krone ausgestattet. Das Tier rechts neben Isis ist am ehesten als Widder zu identifizieren, auf dem nach rechts gewendeten, undeutlich wiedergegebenen Kopf ein Sonnendiskus. Im freien Feld vier Inschriftenreihen, teilweise mit der vorangegangenen Replik 376 /CBd-747/ übereinstimmend. Erste Reihe, rechts oben unter dem Ouroboroskopf beginnend und im Uhrzeigersinn umlaufend:
WMΦOΡOΦOΜΦOΡOΦWΤΗCΨΕΕWΧWΧA ΙΟΝΧOΥΧ

Zweite Reihe, ebenfalls unter dem Ouroboroskopf beginnend, am Fuß des Βes endend:
OCΨWΝIOΥA(?)MΕΡ

Dritte Reihe, links des Uterussymbols:
IΦΥ

Vierte Reihe, rechts des Uterussymbols:
ΕΟΥ

Am Rand außerhalb des Ouroboros, rechts oben beginnend und im Uhrzeigersinn laufend, Reste einer durch Abspliß beschädigten Inschrift:
ΑΕΕΥΙAΥW...WAΕΝΕIOΥWWΚΗIΡAWΝΙΝOΦ
AΕΗIOΥWA

Die Inschriftenzüge folgen der unbekannten Vorlage, sind jedoch ungenauer wiedergegeben als auf der Replik 376 /CBd-747/. Enthalten sind →Buchstabenfolgen, →Vokalreihen und die auf beiden Repliken vollständig wiedergegebenen Zauberwörter OΡOΦWΤΗCΨ sowie ΚΗΙΡAWΝΙΝOΦ. Das Wort →Iaô hingegen erscheint auf dem vorliegenden Stück nirgends vollständig, was sich aber auch durch die Beschädigungen im Stein erklären läßt.

Rs.: Skarabäus in Aufsicht senkrecht nach oben. Die Elytτen des Käfers flüchtig mit senkrechten, der Thorax mit waagerechten Kerben gegliedert. Der durch Abspliß zerstörte Kopf dürfte ein Falkenkopf gewesen sein, worauf die erhaltene Krone oben hinweist. Unter dem Käfer ein kugeliges Symbol mit ursprünglich sieben unten abzweigenden Linien. Im freien Feld Buchstaben und Inschriften. Die unterstrichenen Stellen zeigen die Übereinstimmungen mit der Replik 376 /CBd-747/. In der äußersten ersten Reihe, im Bildfeld oben beginnend und im Uhrzeigersinn laufend:
ΑΒAMΒΑWΑΗAΥΗAΙΥ...ΝΑΡWΠOΥΕΜΨΑΝO( ?)

In einer zweiten Reihe, rechts des Käfers beginnend:
WOΥΘΜAPWOΥΧAΧ
Ζauberwort ΜAΡWOΥΧAΧ?

Zwischen dem Käfer und dem Sonnensymbol waagerecht:
ΒA
„Seele"?

Rand: unten beginnend und gegen Uhrzeigersinn laufend:
ΨOΙWΕΘWΕAΡWΕIAAΧΕOΥO...ΜΟΥΝ

Übereinstimmungen mit dem vorigen Stein machen die Gemeinsamkeit der Vorlage offensichtlich, jedoch ist der Steinschneider hier etwas flüchtiger, auch in der Wiedergabe der Inschriften. So hat er die Randinschrift der Rückseite mit den Silben ΨOIW beginnen lassen und dann andere, auch erfundene Schriftfolgen freizügig kombiniert, während ΨOIW oder N ΨOIW bei 376 /CBd-747/ zum vierten Schriftzug der Rückseite gehört.

Eine etwas flüchtigere Replik des vorangegangenen Stückes, dennoch wird noch das Bemühen um Detail und kleinteilig subtile Arbeit faßbar.

Publ.: s. 376 /CBd-747/.

Lit.: Ζu Motiv und Τhema: 376 /CBd-747/(Lit.).

Vgl.: Ζu Motiv und Inschriften: 376 /CBd-747/(Vgl.). - Ζum Motiv: Uterus mit Schlüssel 350 /CBd-727/(Vgl.)352 /CBd-729/, 356 /CBd-733/, im Ouroboros 353 /CBd-730/(Vgl.)355 /CBd-732/, mit Schutzgottheiten 357 /CBd-734/(Vgl.)375 /CBd-746/, 378 /CBd-749/(Vgl.)381 /CBd-752/, ferner 387 /CBd-758/(Vgl.), 388 /CBd-759/, 409 /CBd-780/(Vgl.)–413 /CBd-163/, 417 /CBd-112/(Vgl.)423 /CBd-113/.

 

Last modified: 2015-10-17 00:13:56
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/603

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