The CBd
Michel, BM on CBd-751
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 240, no. 380.

Hämatit, poliert. Hochoval, beiderseits flach, Rand leicht nach hinten abgeschrägt, Kante nach vorn abgerundet. Gut erhalten. Ringstein.

1,6 x 1,4 x 0,3
3. .h.n.Chr.
Von Rev. G.J. Chester (1874).
Brit. Mus. Inv. G 294, EA 56294.

Vs.: Überkopf ein kugelförmiges Uteruscorpus mit breitem Muttermund nach oben, daran anschließend der Schlüssel mit sieben Zähnen, Haltestiel und Griff links des Organs. Die links und rechts vom Corpus schräg nach unten geführten Parallellinien deuten die üblichen Haltebänder sind aber anatomisch unstimmig angefügt. Links neben dem Uterus im freien Feld ein grob geschnittener Gegenstand, Sistrum oder Kerykeion? Über dem Uterussymbol, auf dem Schlüssel stehend, zwei Figuren in Vorderansicht, die Beine Profil, die Köpfe einander zugewandt. Beide sind mit einem Schurz bekleidet und tragen in der gestreckt seitlich herabhängenden Hand einen Gegenstand (Anch-Zeichen?), die jeweils andere faßt einen Stab oder Zepter in ihrer Mitte. Die Köpfe der Figuren sind nicht eindeutig erkennbar, doch scheint es sich um unterschiedliche Köpfe zu handeln; angedeutet sind Mähnen, lange Ohren und länglich rundliche Schmuen. Im freien Feld links von unten nach oben geschrieben:
CAB

rechts von oben nach unten:
AW
→Sabaôth

Rs.: Queroval. Tabula ansata mit Inschrift in zwei Reihen:
IAWC
ACAW
→Iaô, →Sabaôth

Bei den beiden unterschiedlichen Figuren scheint es sich um zwei sich ergänzende, friedliche Prinzipen zu handeln, so daß beispielsweise an die gnostischen Mächte Εrataoth und Tartharaoth zu denken wäre, die hunde- bzw. eselgestaltigen Repräsentanten von Sonne und Mond. Auch die Inschrift →Sabaôth und die Kartusche der Rs. weisen eher auf gnostisch-kosmogonische Inhalte hin als auf ein „medizinisch-magisches” Uterusamulett.

Aus silhouettenhaften Kerben zusammengesetzt, Details fehlen, der Schnitt ist an vielen Stellen unklar und gibt das Motiv nur schematisch und ungenau wieder (umgekehrter Uterus). Dennoch wirkt das Bild in seiner axialsymmetrischen Komposition sauber und durch die deiktische Haltung der Attribute aussagekräftig.

Publ.: GOODENOUGH IΙ 280 Anm.534, ΙΙI 1177; MICHEL, AMULETTGEMΜΕN 387 Anm.15 (erw.).

Lit.: Zu Seth: BONNER 24; 274 /CBd-137/(Lit.). - Zu Anubis: 40 /CBd-419/(Lit.). - Zu den tierköpfigen Figuren: BARB, SETH OR ANUBIS? 367ff.; 239 /CBd-637/(Lit.).

Vgl.: Zu Seth: grüner Jaspis DELATTE-DERCHAIN 102f. Nr. 128; Hämatit AGWIEN 151 Taf. 86, 2178 /CBd-2421/; Hämatit SKOLUDA 74 /CBd-534/ (unpubl., eine Figur mit Hunde- und eine Figur mit Eselskopf tragen Aphrodite Anadyomene) und Hämatitspindel SKOLUDA 91 /CBd-1701/ (u.a. Schwangere, umgekehrter Uterus, zwei hundeköpfige? Figuren). - Zum Motiv: 379 /CBd-750/(Vgl.), ferner 381 /CBd-752/. - Zum umgekehrten Uterus: 353 /CBd-730/(Vgl.). - Zum Motiv: Uterus mit Schlüssel 350 /CBd-727/ (Vgl.)352 /CBd-729/, 356 /CBd-733/, im Οuroboros 354 /CBd-731/(Vgl.), 355 /CBd-732/, mit Schutzgottheiten 357 /CBd-734/(Vgl.)378 /CBd-749/(Vgl.), ferner 387 /CBd-758/(Vgl.), 388 /CBd-759/, 409 /CBd-780/(Vgl.)413 /CBd-163/, 417 /CBd-112/(Vgl.)423 /CBd-113/.

 

Last modified: 2016-02-17 23:45:42
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/605

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