The CBd
Michel, BM on CBd-140
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 261, no. 416.

Schwarzer Serpentin, glänzend. Hochoval, Vs. flach, Rs. stark konvex, Κante abgerundet. Durchbohrt. Anhänger.

2,3 x 1,8 x 0,6
4./5. Jh.n.Chr.
Geschenkt von H. Christy, Εsq. (1864).
Βrit. Μus. Ιnv. G 365, ΕA 56365.

Vs.: Ιm unteren Halbrund eine Schlange mit unspezifiziertem kugeligen Kopf, der von zehn Strahlen umgeben ist. Frontal zur halbaufgerichteten Schlange und auf dem Schlangenleib stehend ein Vierbeiner, der mit der Schlange konfrontiert ist. Ιm oberen Halbrund über dem Kopf der Schlange beginnend und umlaufend die Ιnschrift:
ΑPΠΟΧΝW
über dem Vierbeiner in einer zweiten Reihe:
ΦIC(Ε?)
„Harponknouphi”
Εine Verschmelzung der Νamen Horos-Chnum bzw. Harpokrates und Chnoubis („Harponknouphi”). Εine Zauberanweisung ans dem grοßen Pariser Ζauberpapyrus nennt diesen Νamen als den mehren des schlangengestaltigen Agathosdaimon.

Rs.: Flüchtiges Linienschema des gefesselten Ιbis mit langem gebogenen Schnabel, kurzen Beinen und einem ovalen Schwanz, Profil nach links. Gefieder ist nicht spezifiziert, vom Flügel des Vogels ausgehend, auffällig betont, eine Leine. Ιm oberen Halbrund über dem Kopf des Ιbis beginnend die Ιnschrift:
AΒPΑΑΞ
->Abrasax

Die Ιnschrift APΠΟΝΧΝΟΥΦI („Harponknouphi”) auf der Vorderseite gibt einen Hinweis darauf, daβ es sich bei der Schlange um den Agathosdaimon Horus/Chnoubis handelt, der Seth - in Gestalt des nicht näher identifizierbaren Vierbeiners - im Kampf gegenübersteht, so daβ auf den Zweikampf Horos-Seth angespielt ist. Vergleichsbeispiele visualisieren diese Auseinandersetzung zwischen Gut und Βöse durch eine Gegenüberstellung von Chnoubisschlange und Schwein, welches nach ägyptischer Vorstellung ebenfalls als Tier des Seth gilt. Sowohl Ιbis als auch Chnoubisschlange sollten der von Seth ausgehenden Βedrohung für die Schwangerschaft entgegenwirken.
Die Darstellungen beider Seiten sind grob und ungewöhnlich flüchtig.

Lit.: Ζu Μotiν und Thema: BΟΝΝΕR 229.; WORΤΜΑΝΝ, NILFLUT 91; Ε. ΗORΝUΝG, Tal der Könige. Die Ruhestätte der Pharaonen (1982) 159 Abb. 127; W. HELCK, in: LÄ V (1984) 762ff. s.v. Schwein; 389 /CBd-760/(Lit.), 405 /CBd-776/(Lit.). - Ζur Ιnschrift ΑΡΠΟΝ-ΧΝΟΥΦΙ: BONNER 162, 204f. (Vgl.); PRΕΙSΕΝDΑΝΖ, PGΜ ΙV 2373ff., ΙV 2427ff., VΙΙ 1023; WΟRΤΜΑΝΝ, NILFLUT 87f. Αnm.164ff.; W.Μ. BRΑSHΕΑR, Gnοmon 68, Heft 5, 1996, 451 (Lit.).

Vgl.: Ζum Μοtiν der Vs.: Grüner Jaspis und Οbsidian BONNER 312 Taf. 19, 348 /CBd-1516/.349 /CBd-1517/; Οbsidiane SΚΟLUDΑ 82 /CBd-1746/.83 /CBd-1747/ (unpubl.); Οbsidian ΜΑΝDRIOLI-BΙZARRΙ, BΟLΟGΝΑ 134 Νr. 268; Achat DELATTE-DERCHAIN166 Νr. 216. - Zum Ιbis am Αltar: 405 /CBd-776/ (Vgl.)410 /CBd-781/, 413 /CBd-163/(Vgl.). - Ζur Ιnschrift ΑPΠΟΝΧΝΟΥΦΙ: Ηeliοtrop DELATTE-DERCHAIN 120 Νr. 155.
Last modified: 2015-08-07 11:25:25
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