The CBd
Michel, BM on CBd-949

S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 340-341, no. 590.

Hämatit, stark poliert. Querrechteckiger Quader, beiderseits flach, Rand zur Rückseite hin facettiert abgeschrägt, Kanten abgerundet. Abspliß im Bildfeld der Vs. rechts unten sowie auf der Rs. unten, rechte Ecken nachgeschliffen und begradigt.

1,5 x 3,3 x 0,6
3. Jh.n.Chr.
Von M. Albert, Esq. (1869).
Brit. Mus. Inv. G 252, ΕA 56252.

Vs.: Von links nach rechts: Uräusschlange, hahnenköpfiger Anguipedes, Harpokrates auf dem Lotuskelch, Anubis, und Chnoubis. Die Uräusschlange steigt im Profil nach rechts über ihrem einmal gewundenen Leib senkrecht empor. Der gepanzerte Anguipedes mit Kopf im Profil nach rechts schwingt mit der Rechten, heftig ausholend, die Peitsche, der linke Arm ist im Inneren des Rundschilds mit dem Porpax sichtbar. Die gerippten Schlangenbeine sind symmetrisch s-förmig nach außen geführt und enden in kugeligen Schlangenköpfen mit geöffneten Mäulern. Dem Anguipedes und der Uraeusschlange entgegengesetzt blicken die drei weiteren Figuren sodann nach links. Im Zentrum des Bildes Harpokrates auf einem luterionförmigen Lotuskelch mit angewinkelt angezogenen Oberschenkeln, die rechte, nicht ausgeführte Hand zum Mund gerichtet, in der linken ein Flagellum. Profil und Frisur der Figur sind subtil durch auslaufende Striche angegeben. Daneben Anubis, gepanzert und mit Stiefeln, in der rechten Hand ein Zepter, das von einem sichelförmigen Gegenstand bekrönt wird (Vogelzepter?), in der linken Hand ein Sa-Zeichen. Rechts außen Chnoubis, in ähnlicher Haltung wie die Uraeusschlange und von Strahlen bekrönt. Im freien Feld - auf Höhe der Köpfe - drei kugelige Sterne, zwei sechsstrahlig, einer achtstrahlig.

Rs.: Inschrift in ursprünglich sechs Reihen, vier relativ gut erhalten:
IICAWΙΛΝΗMIΑΛAΥΧΛAIMI
AMCΕMΕCCIΛAMΒΟΓΟΥΧΕΙ
APAΛΗΕPΓΕΝΝATATTICCΕ
ΙΛTΟΧΝΟΥΧΙΧΕPΟYΒΙΝΕ
ΝΕ...I..I. ΜΟΝHΥΗΙΝ
…………………..
Enthalten: ->Semesilam, Χερουβιν („Cherubim”), XNOYXI (für „Chnoubis”)

Rand: Umlaufend ->Charakteres und Buchstaben.

Einige Vergleichsbeispiele entsprechen dem vorliegenden Amulett in Material, Form, Motiv und Stil derart, daß die Stücke ein und derselben Werkstatt entstammen dürften.

Eine präzise, eindrucksvolle Arbeit im gängigen Muldenstil der magischen Amulette, jedoch mit auffällig sensibler Wiedergabe der Binnenzeichnung und diffizil ausgeführter Profilführung, insbesondere bei den Köpfen der Figuren. Durch starke Politur der Oberfläche und scharfe, schattenwerfende Übergänge in die Intagliovertiefungen eine kontrastreiche Gesamtwirkung erreicht.

Publ.: BUDGE, GUIDE 243; BΟNNΕR, BRITMUS 330 Taf. 97, 38 /CBd-949/.

Lit.: Zu ΧΕPΟΥΒΙΝ: 527 /CBd-886/(Lit.). - Zu den Motiven: 104 /CBd-504/(Lit.), 181 /CBd-579/(Lit.), 43 /CBd-422/(Lit.), 304 /CBd-690/(Lit.).

Vgl.: Zu Material, Form und Motiv: Hämatitrechteck BΟΝΝΕR 296f. Taf. 13, 263 /CBd-1440/; Hämatitrechteck DELATTE-DERCHAIN 101f. Nr. 126, ferner Hämatitquader 99 Nr. 123, 102 Nr. 127, 122f. Nr. 161, 149 Nr. 192; Hämatitrechteck BONNER, MISCELLANY 145f. Taf. 35, 30. - Ζu ΧΕPΟΥΒΙΝ: 451 /CBd-809/, 465 /CBd-823/, 527 /CBd-886/(Vgl.). - Zu den Motiven: 104 /CBd-504/(Vgl.)–118 /CBd-518/, 181 /CBd-579/(Vgl.)–204 /CBd-602/, ferner 205 /CBd-603/(Vgl.)–212 /CBd-610/, 304 /CBd-690/(Vgl.)–326 /CBd-712/, 491 /CBd-849/(Vgl.), 631 /CBd-990/(Vgl.), 632 /CBd-991/.

Last modified: 2016-02-11 00:47:50
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/814

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