The CBd
Michel, BM on CBd-986

S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 358, no. 627.

Grüner Jaspis, stark poliert, in den Vertiefungen matt. Hochoval, beiderseits flach, Rand stark nach hinten abgerundet, Kante nach vorn. Keine Beschädigung. Ringstein.

1,3 x 0,9 x 0,2
17./18.. Jh.n.Chr.
Herkunft unbekannt.
Brit. Mus. Inv. G 399, ΕA 56399.

Vs.: Pavian in Dreiviertelansicht nach rechts auf einer Grundlinie hockend. Das Tier scheint sich mit dem Fuß und den ausgearbeiteten Zehen des rechten Beines an der Grundlinie festzuklammern, das ebenfalls angewinkelt angehockte linke Bein ist dagegen auf die Grundlinie aufgesetzt. Das Gesäß liegt nicht auf der Grundlinie auf, der nach links laufende Schwanz stützt den Körper ab. Mit Strichelung ist Fell beim Affenkörper angedeutet, Geschlechtsteile nicht angegeben. Der rechte Arm ist leicht angezogen an der Seite oder am Rücken gehalten, als kratze sich das Tier den Rücken. Der linke Arm ist angewinkelt ausgestreckt und hält einen gebogenen Stab oder Halm. Der Kopf des Affen ist glatt, Maul und längliche Nase sind durchmodelliert, auch ist eine kleine dreieckige Vertiefung für das Auge erkennbar. Auf dem Kopf eine dreistengelige Krone (Lotus?). Im freien Feld links und rechts des Kopfes, spiegelbildliche Buchstaben:
ΙA
unter der Grundlinie:
W
->Ιaô

Rs.: leer.

Goodenough hält die Beine des Tieres für Ziegenbeine und möchte darin, wie beim ähnlichen Motiv auf 628, eine Gleichsetzung mit Pan erkennen. Inhaltlich wäre dies zwar nachvollziehbar, doch sind deutlich Affenkörper und Affenbeine gemeint. Der mit ->Iaô identifizierte Sonnengott kann ebenso wie Thoth in Gestalt des Pavians erscheinen, die Rute in der Hand des Tieres könnte eine mißverstandene Palmrispe sein - hieroglyphisch das Zeichen für „Vitalität”. Das Motiv korrespondiert mit der positiven Wiedergabe eines Abdrucks im Besitz von Herwartius bei CHIFLET.

Ein miniaturhafter neuzeitlicher Schnitt. Das Tier wird im Widerspruch zur Motivüberlieferung zu stark frontal gesetzt, die von daher übernommene Strichelung trotz der geringen Größe durchgeführt.

Publ.: GOODENOUGH II 278 Anm.513, III 1168 (in Ringfassung).

Lit.: Zum Pavian: 143 /CBd-92/(Lit.). - Zur Palme/Palmrispe: 40 /CBd-419/(Lit.); GARDINER, Sign-list M 4.

Vgl.: Zum Motiv: Kupferstich CHIFLET 107f. Taf. 14, 58 /CBd-2829/; GORLAEUS (1695) II 400; hier 628 /CBd-987/. - Zum hockenden Pavian: [@143 /CBd-92/(92), 648 /CBd-1007/(Vgl.).

Last modified: 2017-03-16 17:46:08
Link: cbd.mfab.hu/pandecta/851

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