The CBd
Michel, BM on CBd-950

S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 341, no. 591.

Dunkler grünlich-schwarzer Serpentin, glänzend. Hochformatiger Quader, Kanten abgerundet. Längs durchbohrt.

1,7 x 1,3 x 0,9
5./6. Jh.n.Chr.?
Von G. Eastwood, Esq. (1864), vorher Sammlung Praun und Mertens.
Brit. Mus. Inv. G 162, EA 56162.

Vs.: Undeutliche Silhouette einer nach links schreitenden Figur. Große, prankenartige Füße sind angedeutet, der Körper mit dreieckig spitzem Gesäß und enger Taille ist nicht näher ausgearbeitet, der Oberkörper scheint in Vorderansicht gedreht. Der linke Arm ist angewinkelt erhoben, der rechte gestreckt vor dem Körper gehalten. Der Kopf ist abgerieben und besteht aus Kerben, die einen hundeähnlichen Tierkopf mit Schnauze und hohem Ohr darstellen.

1. Schmalseite: eine zickzackförmig aufsteigende Schlange.

Rs.: Längs- und Querkerben, die sich zu einer Silhouette fügen, deren Bedeutung unbekannt ist.

2. Schmalseite: Querformat. Inschrift in einer Reihe:
IΑW
→Iaô

Die Sonderform des Quaders, die Wahl des weichen Steatits (Speckstein), die Ritztechnik mit dem Handstichel und schließlich Motive sowie Stil verbinden eine Reihe von Stücken, deren Herkunft, Ikonographie und Inhalt unbekannt sind. Die Silhouette auf der Rs. wird bei Vergleichsstücken als Harpokrates auf dem Lotuskelch oder Krokodil in Aufsicht beschrieben, was jedoch durch die etwas deutlichere Ausführung auf 595 /CBd-954/ widerlegt wird (Kultbild in Vorderansicht, ähnlich der Artemis Leukophryene [Χoanon?]). Die meist als Anubis aufgefaßte tierköpfige Figur der Vs. scheint inhaltlich mit der auf Serpentinamuletten belegten Figur zu korrespondieren, die vor einer Schlange steht oder eine Schlange hält. Die durchbohrten Quader dürften perlenähnlich, vielleicht zu mehreren, an einer Schnur getragen worden sein und scheinen dem jüdisch-christlichem Bereich des 5./6. Jhs. n.Chr. anzugehören.

Das Amulett ist in Ritztechnik hergestellt, die - wie auch die Figuren darauf - an den Stil der melischen Glyptik des 6. Jhs.v.Chr. erinnert. In „Strichmännchenart” werden die Extremitäten gezeigt, die Taille ist eng. Insgesamt herrscht die Reduktion auf ein Minimum an Αngaben vor.

Publ.: BONNER 238 Anm.32; KIΝG, GNOSTICS (1864) 219f. Taf 9, 1; KIΝG GNOSTICS 440 Taf. F,7; GOODENOUGH II 281 Anm.538, III 1179.

Lit.: Ζu Form und Motiven: BΟΝΝΕR 238.

Vgl.: Zu Material, Motiv und Form: Steatit H.H.v.d. OSΤΕΝ, Ancient Oriental Seals in the Collection of Mr. Εdward T. Newell (1934) 73 Taf. 33, 543; Steatit BΟΝΝΕR 314 Taf. 19f, 358 /CBd-1260/.359 /CBd-1261/; Steatit SCHWARTZ (1979) 166 Taf. 35, 16 /CBd-1767/ (Vgl.); Unident., schwarz Getty Museum Inv. 84.AN.1.87 /CBd-2373/ (unpubl.); Steatite GOODENOUGH II 281 Anm.540, III 1179.1181; Steatit AGHAGUE 353 Taf 171, 1111; Steatite SΤΕRΝΒΕRG, AUKTIOΝ 23, 1989, 75 Nr. 263.263; hier 592 /CBd-951/, 593 /CBd-952/. - Ζu Material, Form und Stil: 594 /CBd-953/(Vgl.)–597 /CBd-956/. - Zur tierköpfigen Figur mit Schlange: Serpentin, durchbohrt ZWIΕRLΕIΝ-DIΕHL, KÖLΝ 77f Taf 14, 17 /CBd-1952/; ferner schwarzer Jaspis DELATTE-DΕRCΗAIΝ 151 Nr. 197; hier 596 /CBd-955/. - Zu griechisch-geometrischen und menschen Stükken: zwei Steatit-Quader AGD I, 1 MÜΝCHEΝ 31 Taf. 11, 97.100; zwei Steatit-Amygdaloide ZAΖOFF, HADΒUCΗ 81ff. Anm.31.42 Taf. 16,3, Taf. 18, 1 (Melisch).

Last modified: 2016-02-11 21:26:00
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